Bad Kreuznach/Simmern /Kirn/Bingen | Rekordstart mit praxisnahem Onboarding ins Berufsleben

Sie übernehmen Verantwortung, helfen Menschen und wollen einen Beruf mit Sinn erlernen: 169 Menschen haben am 1. August ihre Ausbildung in der Pflege in Einrichtungen der Stiftung kreuznacher diakonie begonnen – so viele wie nie zuvor. Insgesamt starten 111 Auszubildende in die dreijährige generalistische Pflegeausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann, weitere 58 haben sich für die einjährige Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflegehilfe oder Altenpflegehilfe entschieden. Die Theorie holen sich die Auszubildenden an der stiftungseigenen Schule für Gesundheits- und Pflegeberufe in Bad Kreuznach, Simmern sowie in kooperierenden Berufsbildenden Schulen in der Region. Die Praxis bekommen sie in den Diakonie Kliniken, den Senioreneinrichtungen und den Diakonie Sozialstationen.

Damit ist der bundesweite Trend auch im Rhein-Hunsrück-Kreis und im Kreis Bad Kreuznach klar sichtbar: Wie das Statistische Bundesamt kürzlich meldete, entscheiden sich immer mehr junge Menschen in Deutschland für eine Ausbildung in der Pflege. Im Jahr 2024 wurden bundesweit rund 59.400 neue Pflege-Azubis registriert – ein Anstieg um neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

„Dass sich so viele engagierte Menschen für eine Ausbildung in der Pflege entscheiden, ist ein starkes Signal für unsere Gesellschaft und für all unsere Einrichtungen im Landkreis Bad Kreuznach“, freut sich Pfarrer Prof. Dr. Holger Böckel, Vorstand der Stiftung kreuznacher diakonie. „Es zeigt, dass der Pflegeberuf an Bedeutung und Attraktivität gewinnt. Und es zeigt, wie wichtig es ist, von Anfang an gute Rahmenbedingungen zu schaffen.“

Strukturiert, praxisnah und motivierend: Die Onboarding-Woche

Bevor es auf in den Praxis- und in Schulalltag geht, werden die Azubis in einer einwöchigen Onboarding-Phase herzlich willkommen geheißen – mit einem durchdachten Programm, das nah an der Praxis ist. 

Vor allem die Einblicke in die Stiftungskultur und den Pflegealltag sind wichtig in der Einführungswoche. „Wir wollen erreichen, dass sich unsere neuen Auszubildenden ab dem ersten Tag dieses neuen Lebensabschnitts willkommen fühlen und gleichzeitig ein erstes Gespür für die Pflegepraxis entwickeln. Daher verzahnen wir innerhalb unserer Willkommenswoche Theorie und Praxis bestmöglich und bieten dadurch ein spannendes und abwechslungsreiches Rahmenprogramm“, sagt Personal- und Organisationsentwickler Jonas Reutershan, der im Team mit 17 Praxisanleiterinnen und 15 Azubis im zweiten und dritten Lehrjahr die Woche vorbereitet hat.

„Unser Ziel ist es, den jungen Menschen Sicherheit und Orientierung zu geben – und gleichzeitig die Freude an ihrem neuen Beruf zu wecken“, ergänzt Praxiskoordinatorin Franziska Krämer, die für Simmern die Willkommenswoche mit Pflegepädagogen, Praxisanleiterinnen und Azubis organisiert hat.

Neben dem Kennenlernen, Vorträgen zu Arbeitssicherheit und Datenschutz, Hygieneschulungen und der Einführung in die benötigten IT-Systeme standen jeden Tag praktische Module auf dem Plan. Beim Rollstuhlfahrtraining spürten die Azubis, wie sich eingeschränkte Mobilität anfühlt. Mit einem Alterssimulationsanzug erlebten sie, wie beschwerlich einfache Bewegungen im hohen Alter sein können. Sie lernten, Vitalzeichen wie Puls und Blutdruck zu messen und trainierten im „SkillsLab“, einem speziellen Übungsraum innerhalt der Schule, den sicheren Umgang mit Säuglingen, das Heben und Wickeln. 

„Seitdem ich vier Jahre alt bin, wollte ich schon in der Pflege arbeiten. Nach einem Praktikum in den Diakonie Kliniken war klar, dass ich auch hier meine Ausbildung machen“, erzählt die 17-jährigen Nilsu C., die in der Mühlenstraße als Auszubildende beginnt. „Durch die Onboarding-Woche fühle ich mich jetzt gut vorbereitet.“

Ihre Mit-Azubine aus Simmern, Victoria B., hat schon klare Ziele: „Ich will später in der Notfall- oder Intensivpflege arbeiten und die Weiterbildung zur Praxisanleiterin machen.“ Von der gut durchdachten Einführung sind die Auszubildenden begeistert. „Es ist sehr viel Input, macht aber auch viel Spaß,“ sagt die 19-jähige Jasmin P.

Ausbildung mit Perspektive und vielen Möglichkeiten

Die generalistische Pflegeausbildung qualifiziert für den Einsatz in allen Versorgungsbereichen – im Krankenhaus, in der ambulanten oder stationären Kurz- und Langzeitpflege, bei Menschen jeden Alters. Auch die einjährige Pflegehilfeausbildung legt ein stabiles Fundament für einen verantwortungsvollen Beruf mit Zukunft.

Wer die Ausbildung erfolgreich abschließt, hat beste Perspektiven: Mit zahlreichen Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten – von der Praxisanleitung über Wundmanager, Breast Care Nurse, Palliative Care bis hin zu Leitungsfunktionen – stehen den Pflegefachpersonen viele Wege offen.

„Unsere neuen Auszubildenden haben sich für einen zukunftssicheren und sinnstiftenden Beruf entschieden“, betont Holger Böckel. „Wir begleiten sie dabei mit viel Engagement, Herz und einem starken Ausbildungsteam.“